Bernd das Brot in den USA

Diese Woche hatte Bernd das Brot einen Auftritt in „Last Week Tonight“, einer in den USA populären Fernsehshow. Bei dem 10minütigen Beitrag ging es auch um die „Anarchist*innen“, die „2009 das Brot entführt hatten“, um „nach der Räumung einer verlassenen Fabrik in Erfurt zu protestieren, in der Krematoriumsöfen für die Todeslager der Nazis hergestellt wurden“.

So 100% stimmt die Geschichte nicht, die Entführung war drei Monate vor der Räumung der Besetzung auf dem ehemaligen Topf & Söhne-Gelände. John Oliver (der Moderator) hat auch Bernd nicht gefragt, wie das Brot die damalige Lage gesehen hat.

Falls euch das interessiert: Bei Dailymotion ist das Video dokumentiert, mit dem die Entführer*innen und Bernd sich damals an die Öffentlichkeit gewandt hatten. Und im Buch zur Besetzung ist 2012 ein Brief der Entführer*innen erschienen. Den Beitrag bei „Last Week Tonight“ kann man sich auf Reddit anschauen.

Außer dem Brot haben sich auch noch andere Prominente hinter das Haus gestellt, z.B. das A-Team.

aus dem Archiv: Pflasterstein Nr.5 vom November 1993

Dann und wann wird das Archiv im Infoladen dann doch genutzt, manchmal fast schon zufällig. Daher mal wieder der Hinweis: Wir sammeln im Infoladen-Archiv Material zu linksradikaler Bewegungsgeschichte, Schwerpunkt Erfurt und Thüringen. Ihr findet hier Heftchen, Flugblätter, Aufkleber, Positionspapiere, Plakate, Transparente und weiteres Zeug, in dem sich dokumentiert, was die radikale Linke vor Ort so gemacht hat — wie z.B. den Pflasterstein Nr. 5 aus dem November 1993 (5 MB PDF), ein Zeckenheftchen, dass in einer kleinen Auflage über den Kopierer gezogen und für 1 DM verkauft wurde. Es geht um Antifaschismus, Repression, Häuserkampf und die DDR — und das sowohl in Sachtexten als auch in Formaten, die man heute selten in linken Kleinstpublikationen findet: Gedichte und Comics. Das Layout ist zusammengeschnibbelt, die Schrift teilweise von Hand gemalt. Würde man genauer drauf schauen, ergäbe sich vermutlich, dass einiges ganz anders ist als heutige linksradikale Debatten, einiges aber auch sehr ähnlich.
Wir sammeln dieses Zeug, um die Deutung linksradikaler Bewegungsgeschichte nicht allein der Bundeszentrale für Politische Bildung, dem Verfassungsschutz und der Geschichtswissenschaft zu überlassen, sondern die Perspektive der Akteur*innen aufzubewahren. Das heißt auch, dass wir uns freuen, wenn ihr uns (auch aktuelles) Material zukommen lasst. Wir kümmern uns um’s Abheften. Und und so banal und unbedeutend ein kopiertes Heftchen oder ein schnell gemachtes Plakat erst mal scheinen mögen, 30 Jahre später ergeben diese Schnippsel spannende Einblicke in Bewegungsgeschichte.

We’ll come united gegen Isolation — Karawane für Bewegungsfreiheit in Mülhausen und Arnstadt

[ENGLISH below]

GEGEN ISOLATION – GEGEN ABSCHIEBEHAFT – FÜR BEWEGUNGSFREIHEIT UND BLEIBERECHT!

Die We’ll come United – Karawane für Bewegungsfreiheit, sowie die Bewohner*innen der Geflüchtetenunterkunft in Obermehler rufen alle solidarischen Mitstreiter*innen dazu auf, sich an den Protesten am 20.09. in Mühlhausen und am 21.09. in Arnstadt zu beteiligen!

In Obermehler müssen derzeit ca. 600 Menschen auf engstem Raum und völlig abgeschnitten von der Welt in einer Gemeinschaftsunterkunft ausharren- ohne die Möglichkeit, Arbeit zu finden, am sozialen oder kulturellen Leben teilzunehmen und einer Anbindung an medizinische Grundversorgung, denn die Busse fahren nur viermal am Tag. Die Bewohner*innen sind existenzieller Hoffnungslosigkeit und den psychischen und physischen Folgen der Isolation ausgesetzt.

In Arnstadt ist seit 2 Monaten ein neuer Abschiebeknast in Betrieb. Menschen werden dort ihrer Freiheit beraubt und gezwungen in Isolation zu leben, bevor sie dann gewaltsam abgeschoben werden.Kämpft mit uns gegen den neu eröffneten Abschiebeknast in Arnstadt und zeigt euch solidarisch mit den Inhaftierten, die der Kriminalisierung des Staates ausgesetzt sind!

In Obermehler, Arnstadt und überall: Wir wollen zusammen die Isolation durchbrechen und solidarisch Seite an Seite für Bewegungsfreiheit und Bleiberecht für alle kämpfen. Wir fordern die Schließung der GU Obermehler und dezentrale Unterbringung und die Schließung des Abschiebeknasts in Arnstadt! We’ll come United!

Samstag, 20.09. 16 Uhr, auf dem Obermarkt in Mühlhausen
Sonntag, 21.09. 13 Uhr, vor dem Abschiebeknast in Arnstadt

Mehr Informationen hier: https://www.welcome-united.org

AGAINST ISOLATION – AGAINST DEPORTATION DETENTION – FOR FREEDOM OF MOVEMENT AND THE RIGHT TO REMAIN!

We’ll come United – Caravan for Freedom of Movement, as well as the residents of the refugee accommodation in Obermehler, call on all supporters to take part in the protests on 20 September in Mühlhausen and on 21 September in Arnstadt!

In Obermehler, around 600 people are currently forced to live in cramped conditions in shared accommodation, completely cut off from the world, with no opportunity to find work, participate in social or cultural life, or access basic medical care, as buses only run four times a day. The residents are exposed to existential hopelessness and the psychological and physical consequences of isolation.

A new deportation prison has been in operation in Arnstadt for two months. People are deprived of their freedom there and forced to live in isolation before being forcibly deported. Fight with us against the newly opened deportation prison in Arnstadt and show your solidarity with the detainees who are being criminalised by the state!

In Obermehler, Arnstadt and everywhere else: we want to break through isolation together and fight side by side in solidarity for freedom of movement and the right to stay for all. We demand the closure of the Obermehler detention centre, decentralised accommodation and the closure of the deportation prison in Arnstadt! We’ll come United!

Saturday, 20 September, 4 p.m., at the Obermarkt in Mühlhausen
Sunday, 21 September, 1 p.m., in front of the deportation prison in Arnstadt

More information here: https://www.welcome-united.org