Rückblick auf Erfurt 4.7. II: Gegenseitiges Bestärken bei Zusammenstehen, Vernetzung im Norden, Versagen der Radikalen Linken

Da war doch was… Wir haben rumgefragt und Genoss*innen gebeten, ihren Eindruck vom vergangenen Wochenende aufzuschreiben, um die Deutungsmacht über den Tag nicht vollends der bürgerlichen Presse und Social Media zu überlassen. Wir veröffentlichen in den nächsten Tagen nach und nach die Zuschriften. Schreibt uns gerne weitere Eindrücke.


Ich möchte gerne meine Eindrücke des Samstags und der Vorbereitung auf diesen teilen.

Im Vorfeld war ich auf einer großen widersetzen-Veranstaltung, die gut besucht war, aber außer Redebeiträgen und Parolen nicht viel zu bieten hatte.

Nach mehr als 20 Jahren sehr niedrigschwelliger politischer Arbeit meinerseits, die sich fast ausschließlich auf Sticker kleben beschränkte, habe ich beschlossen endlich wieder mehr zu tun. Die Veranstaltung im Kommarum schien mir der richtige Einstieg. Fehlanzeige. Ich habe dann beschlossen irgendwas zu tun,was irgendwie mehr Sinn ergibt als sich auf eine Strasse zu setzen, die im Zweifel sowieso die falsche ist. Was ja dann auch so war.

Ich war am Samstag Ordner im Backstage der Zusammenstehen Demo und das hatte für mich mehr Nachhall als Kamikazemäßiges Versperren von Strassen, die in keinster Weise eine Rolle für irgendwen gespielt haben. Mal abgesehen vom Festkleben auf Bahnschienen ins Nirgendwo. Dumm.

Die Masse an Menschen, die den Messeparkplatz aufgesucht haben hat mich überwältigt, auch wenn es ein bisschen Volksfestcharakter hatte. Aber man konnte sich bestärken in dem was man tut, wofür man einsteht. Und für mich, als quasi Anfänger, war es gut unter so vielen stabilen Leuten zu sein, sich auszutauschen und Input zu bekommen. Auch wenn nichts verhindert werden konnte, und das war mir auch von vornherein klar, habe ich jede Minute meines kleinen Beitrags zum Antifaschismus genossen.


ich habe pennplätze betreut, hatte in dem zusammenhang zwei unterschiedliche erfahrungen mit leuten von widersetzen – der mensch aus Erfurt hatte offenbar zu viel um die ohren und die person der bundesorga war sehr zuverlässig.

die erste demo und die redebeiträge fand ich gut, war aber nur dort, um die zahl der teilnehmenden zu erhöhen und hatte keine kämpferische bezugsgruppe. leider.

später dann zum flyer und wasser verteilen im namen der FAU Erfurt war es eher anstrengend – es gab quasi von allem zu viel. die MLPD war auf dem Gothaer viel zu präsent, wie ansonsten auch alle anderen großen player. linksradikal war eigentlich nicht wahrnehmbar im verlauf des tages. ich fand es toll, dass so viele menschen meinen, die afd sei eine gefahr.

ich habe etliche leute von widersetzen, seawatch, küfa, trommler*innen und kleineren gruppen aus ganz D kennenlernen dürfen und das war cool. außerdem fand ich es cool, dass es eine kleine vernetzung in Erfurt Nord gab und zum beispiel übriges essen geteilt wurde. nachtrag: ich war allein und es hieß in der signal-gruppe, nazis würden sich am Ilversgehofener Platz sammeln. das war eine schrecksekunde und zum glück falscher alarm 😅


Bewegungssimulation und Versagen der Radikalen Linke

  1. Die nachträglichen Presseberichte über den Tag hätte man auch vorher schon schreiben können. Bei Widersetzen stand das Narrativ schon vorher fest, in anderen Worten: Die Geschichte, die man über den Tag erzählt, entsteht schon im Vorhinein im Kampagnenbüro, dass so routiniert Bewegung simuliert, wie ein anderes Berliner Startup ein revolutionäres Waschmittel erfindet. Und so routiniert wie bei WELT, Nius und BILD von der anderen Seite. Fast ein Glück für die rechten Hetzer, dass dem Apollo-Otto auf der Autobahn sein Handy gezockt wurde, sonst hätte man sich die Gewalt von Links komplett aus den Fingern saugen müssen.
  2. Was auf der Straße geschah, war weitgehend Choreographie: Symbolische Blockaden hier, freier Zugang zur Messe drei Ecken weiter. Und während das Gros der Delegierten schon angekommen war, hieß es in der Blockade: „Wir sitzen hier genau richtig.“ Was stimmt, wenn klar ist, es geht nicht darum, den Parteitag maximal zu stören oder gar zu verhindern, sondern darum, Menschen die Illusion von Selbstwirksamkeit zu vermitteln.
  3. Das alles kann man Widersetzen nicht vorwerfen. Widersetzen hat nicht den Anspruch, mehr als eine Choreografie entlang eines vorab entworfenen Aktionsbilds zu liefern. Der Kampagnen-Antifaschismus hat also nicht versagt. Er ist einfach übrig geblieben. Vor 20 Jahren war das niederschwellige Mitmach-Angebot ein Teil verschiedener Aktionsformen, die sich gut ergänzt haben. So gut, dass mancher Castor signifikant verzögert, manches Gipfel-Event merklich gestört wurde. Was aber nur funktioniert hat, weil man sich den Raum aufgeteilt hat — Mitmach-Blockade da, Kleingruppen-Action dort. Dazu ein gemeinsamer Ticker, der nicht dazu da ist, sich selbst zu feiern, sondern allen die Möglichkeit bietet, sich ein Bild über die Lage zu verschaffen. Dass das heute nicht mehr geschieht, ist nicht die Schuld von Widersetzen, sondern eher unser eigenes Versagen als radikale, autonome Linke.

Schade, wie unbehelligt Nazis an dem Tag durch die Stadt laufen konnten.


Rückblick auf Erfurt 4.7. I: Scheinradikalität bei Widersetzen, Autoritäre Ansagen aus dem Westen, …

Da war doch was… Wir haben rumgefragt und Genoss*innen gebeten, ihren Eindruck vom vergangenen Wochenende aufzuschreiben, um die Deutungsmacht über den Tag nicht vollends der bürgerlichen Presse und Social Media zu überlassen. Wir veröffentlichen in den nächsten Tagen nach und nach die Zuschriften. Schreibt uns gerne weitere Eindrücke.

widersetzen zeichnet sich durch eine scheinbar radikale Praxis aus, während es versucht, eben diese im Mainstream der Gesellschaft zu verankern (vielleicht schon der erste Widerspruch). Sich Kaffee-trinkend in einer Warnweste auf strategisch unkluge (und von locals vorher abgelehnte) Plätze zu setzen und dort bis zu 7 Stunden sitzen zu bleiben, zeugt von grundlegendem Fehlverständnis politischer Aktionen. Vor allem, wenn nach der Hälfte der Blockade die Versammlungsleitung von der MLPD übernommen wird und man das nicht komisch findet lol. Aber zum Glück waren tanzende Omas und jonglierende Hippies mit dabei…

Autoritäre Ansagen (nur von Wessis, weil die wissen doch, wie es läuft), wo Menschen was auch immer blockieren sollen – das wussten die meisten Teilnehmenden bis zum Halt des Busses am Morgen des Geschehens selbst nicht und waren teils überhaupt nicht darauf vorbereitet -, Bestärkungen zum Sitzenbleiben á la „Ihr sitzt hier genau richtig!“ und Lügen darüber, die Messe sei noch leer (2 Stunden nachdem der mdr postete, dass der BPT starten konnte), können nicht darüber hinweg täuschen, dass die Blockaden unnütz waren. Schlichtweg zu spät. Wenn die Bullen dich nicht wegtragen, sitzt du falsch. So einfach ist es.

Wenn man die Blockaden dennoch als symbolischen Akt verstehen will, ist schwer zu begreifen, warum man nicht gemeinsam mit dem DGB Bratwurst auf dem Bürgi-Festival am Messeparkplatz gefressen hat. Hätte denselben politischen und symbolischen Mehrwert.

Stadtversammlungen, die inhaltlich in etwa so hilfreich waren wie ein Lied von Feine Sahne oder Irie Revolté, dafür aber tausende von Euros kosten, die lokalen Strukturen fehlen, bereiten junge Menschen nicht auf juristische Schwierigkeiten, Probleme mit Nazis oder grundlegende Prinzipien des politischen Protests vor. Folgendes Beispiel zeigt das ganz gut: Eine Aktivistin vermisste 2 Personen aus ihrer Bezugsgruppe – statt den EA anzurufen, meinte sie, sie würde „ja spätestens morgen sehen, ob die wieder mit nach Hause gekommen sind“. Aber vielleicht auch besser so – interne Unterstützungsstrukturen wussten nämlich teilweise nicht einmal, dass der BPT an der Messe stattfindet oder dass es das Bündnis zusammenstehen gab – wahrscheinlich sitzen nächstes Jahr noch ein paar Leute in irgendeiner Gesa, ups.

Durch die Blockade am Gothaer Platz wurde nicht nur die Barrierefreiheitsinfrastruktur von zusammenstehen blockiert, sondern auch die eigenen Busse von widersetzen. Deshalb liefen gegen 17 Uhr haufenweise enttäuschte Teenies, teils den Tränen nahe, 1,5 Stunden von der Messe zur Arnstädter Chaussee. Ob die sich das angekündigte Abenteuer in Erfurt so vorgestellt haben?

Zum Glück gab es auch ein paar unnötige Polizei-Spiränzchen – eine gelungene und theatralische Inszenierung, die zu aller Gunsten schöne Pressebilder gebracht hat. Für die Bullen eine weitere Drohgebärde gegen künftig Demonstrierende und der Beweis dafür, dass es keine substanzhaltigen Gründe für oder gegen polizeiliche Maßnahmen braucht; für widersetzen schöne Videos für Social Media, um die Opferrolle auszubreiten und sich märtyrerhaft darin zu suhlen. Da reichen sich die Demonstrant*innen und die Bullen doch gegenseitig dankbar die Hand.

Apropos Social Media: Wie radikal kann eine Struktur sein, die überall und immer von Berliner Verhältnissen ausgeht und nicht versteht, dass das Hochladen von Portraitaufnahmen Erfurter Aktiver ins Netz (ohne Einwilligung) eine reale Gefahr bedeuten könnte?

Wie radikal ist eine Struktur, die haufenweise junge Menschen für schöne Insta-Bilder verbrennt und sich selbst bei Pressekonferenzen profiliert (seit wann macht die Antifa überhaupt Pressekonferenzen)?
Wie radikal ist eine Struktur, die sowohl lokale Strukturen ignoriert und sabotiert als auch sich selbst im Weg steht, weil die fast krampfhafte Veröffentlichung von Uhrzeiten, Orten, Plänen und Zielen erst ermöglicht, dass AfD und Bullen sich nen entspannten Tag machen können?
Und wie radikal müsste die linke Bewegung eigentlich sein, um tatsächlich eine Veränderung anzustoßen? Unabhängig von der duckmäuserischen und Aktivismus verhohnepiepelnden Anbiederung an die „bürgerliche Mitte“ und deren Verständnis von Antifaschismus und Demokratie…

Antifaschismus ist nicht mehrheitsfähig – das ist die bittere Realität. Statt dem romantisch hoffnungsvollen Versuch der „Eroberung der Massen“ hinterherzulaufen, müssen wir lernen, uns zu schützen. Aber Hauptsache Gewaltfreiheit propagieren und fRIedLiCh BlEibEn, in einer Welt, in der faschistische Gewalt mal wieder Konjunktur hat. Stimmt. Wir jonglieren die Nazis einfach weg…

Grundsätzlich haben weder zusammenstehen noch widersetzen irgendetwas an der politische Gesamtsituation geändert. Manche Leute hatten nen schönen Tag und fühlen sich weniger alleine – fair. Andere haben nochmal geübt, wie man sitzt – toll. Ein Tag voller bürgerlichem Protest: Einer mit und einer ohne Warnweste. Einer mit Bratwurst und einer mit Beton in der Hand (was sollte diese würdelos dümmliche Hand-auf-Gleis-Festklebe-Aktion eigentlich?). Gestört wurde niemand, außer die eigenen Leute (sowohl am Tag selbst als auch kurz-, mittel- und langfristig die Erfurter Antifaschist*innen), die monatelang Energie, Kraft, Geld und Kopf in die Planung und Vorbereitung gesteckt haben. Die werden jetzt ein paar Monate zum Ausruhen brauchen oder nie wieder Bock auf Aktions-Orga oder -Teilnahme haben. Währenddessen machen CDU und SPD Regierungsdinge, Nazis bleiben Nazis, Kinder lernen auf TikTok, wie sie sich am coolsten anziehen sollen, wenn sie Fascho werden wollen und Zeitungen berichten von den bösen Linken. Glückwunsch!

Und abseits davon (für alle Proteste dieser Art): Was ist denn nur mit Leuten los, die sich nicht an nen Demokonsens halten können? Bleibt halt zuhause und löst da den Nahostkonflikt statt uns das Leben schwerer zu machen…

Liebe und Kraft nach Göttingen

via Indymedia:

Liebe und Kraft nach Göttingen! Du bist nicht allein!

In der Nacht auf Sonntag wurde ein Antifaschist in Göttingen von einem Neonazi mit einem Messer lebensgefährlich verletzt. Das nimmt uns mit und macht uns wütend.

Wir senden aus Erfurt viel Kraft und Mitgefühl an den verletzten Genossen, seine Freund*innen und Familie.
Auf dass es dir schnell wieder besser geht!

Vollste Solidarität mit den Betroffenen rechter Gewalt!

Antifaschist*innen aus Erfurt

4. Juli in Erfurt

Am 4. Juli findet nicht nur der AfD-Parteitag in Erfurt statt, nein, es wird auch 841 Kundgebungen, Demonstrationen und Blockaden dagegen geben.
Das Bündnis Zusammenstehen vereint 170 Einzelpersonen und Organisationen: linke Parteien, Kirchengliederungen, Sportvereine, NGOs, Gewerkschaften, … Das Bündnis sieht das Motto als Ruf zur Solidarität: »Die wahren Konfliktlinien werden nicht durch Herkunft, Hautfarbe oder Pass bestimmt. Sie beruhen auf sozialer Ungleichheit und finanzieller Ungerechtigkeit. Die sozialen Fragen unserer Zeit lassen sich nicht nationalistisch, nicht rassistisch und nicht autoritär beantworten.« Es bietet zahlreiche Anlaufpunkte bei Kundgebungen und geöffneten Läden und Büros an, eine Übersicht findet ihr unter https://www.zusammenstehen.org/lageplan/.
Die größte Aktion von Zusammenstehen ist eine Kundgebung an der Messe (wo die AfD sich trifft). Zur Messe kommt man mit einer von zwei Zubringer-Demos, die um 6 Uhr und um 10 Uhr am Hauptbahnhof starten.
Auch Widersetzen nennt sich »Bündnis«, verbunden sind hier verschiedene Ortsgruppen. Widersetzen konzentriert sich bei der Arbeit auf Organizing-Strategien (60.000 Haustürgespräche in Erfurt) und eine professionelle Außenwirkung, vor allem auf Social Media. Das Ziel von Widersetzen ist, sich »vor den Zugängen und Zufahrten der Messe Erfurt zu versammeln und nicht freiwillig Platz zu machen«. Politische Ziele des Bündnis sind nicht ganz einfach zu entschlüsseln: Auf Plakaten wird der Sozialismus beworben, aber was das bedeuten soll? Vermutlich sollen wir in die Partei »Die Linke« eintreten und dort beim Netzwerk marx21 mitmachen.
Wenn ihr euch widersetzen wollt, solltet ihr an den Aktionstrainings und Vorbereitungstreffen teilnehmen, die derzeit in Erfurt stattfinden, das nächste am 23.6. um 18 Uhr im Predigerkeller.
Am Tag selbst wird es natürlich zahllose makellose Kurzfilmchen und eine Unmenge von Stille Post auf Social Media geben. Wer an dem Tag ohne Taschenwanze auskommt, kann sich über Radio Frei auf 96,2Mhz informieren.
Unter den Rückzugsräumen am ist auch das Veto in der Magedburger Allee 180.
Wer Stress mit Repression hat, melde sich bei Festnahmen oder der Beobachtung dieser beim Ermittlungsausschuss, der an den Aktionstagen läuft. Danach ist die Ortsgruppe der Roten Hilfe Erfurt ansprechbar. Die nächste Anlaufstelle (nach dem Aktionswochenende) ist am Donnerstag, 6. August 2026, 18:00 in der Offenen Arbeit. Bei Bedarf nehmt Kontakt per Mail auf.

CSD-Saison beginnt

Am 20.6. beginnt die CSD-Saison in Thüringen. Aufrufe, Programme und politische Positionen findet man im Moment kaum, und überhaupt haben 11 von vierzehn Thüringer CSDs keine Webseite, zielen also bei der Werbung vor allem auf Menschen, die ihre Vorlieben und Freund*innen bereitwillig am Meta verkaufen.
Aber egal! CSD sind wichtig, gerade in der Provinz, und wir hoffen auf starke und schöne Demos, Straßenfeste und Partys. Nicht nur, aber auch, weil die Nazis sexuelle Befreiung zunehmend als Thema besetzen und deswegen gegen CSDs mobilisieren statt die Traurigkeit ihrer Kleinfamilien-Hetero-Macker-Welt zu überdenken.
Eine Übersicht über die Termine findet ihr auf diesen beiden Seiten: https://csd-deutschland.de/csd-saison/csd-termine/ und https://csd-gera.de/csd-community/#csd-thueringen
Wir nehmen uns vor, zu informieren, wenn es eine gemeinsame Anreise aus Erfurt gibt.

Der Mettigel unter den Podcasts: Konkret Kadergespräche

Schwer zu glauben, aber das Konkret-Magazin macht jetzt einen Podcast. Das Format passt erst mal nicht zu einer Zeitschrift, die so modisch und modern wirkt wie ein Mettigel, und, wenn man es so sieht, irgendwie auch nach Thüringen passt. Leider erscheint das Heft seit Anfang 2026 nicht mehr auf Papier, sondern nur noch im Netz. Der Infoladen hat ein Abo, aber an der Theke lesen klappt so nicht mehr. Als Ersatz deswegen der Hinweis auf den Podcast »Konkret Kadergespräche«: In der ersten Folge ging es um den Iran-Krieg, in der zweiten wurde der aktuelle KI-Hype kritisch eingeordnet und die dritte entstand anlässlich des 75. Geburtstags des Genossen Thomas Ebermann. Wir gratulieren. Gerade erschienen ist die vierte, in der Barbara Eder und Peter Kusenberg über fürsorgliche Überwachung im digitalen Kapitalismus sprechen und wichtige Fragen stellen (und beantworten). Welches Bedürfnis erfüllt ein Wasserkocher mit WLAN? Wie werden Daten in Wert gesetzt? Ist die DSGVO wirklich ein Schutz vor der Datensammelwut des digitalen Kapitals?
Den Podcast gibt es hier: https://konkret-magazin.de/kadergespraeche-2/

Broschüre zu Majas Hungerstreik

Heute vor einem Jahr ist Maja in den Hungerstreik getreten. Das Solidaritätskomitee für Maja hat nun eine Broschüre veröffentlicht, in der es den Hungerstreik dokumentiert und auswertet – mit zahlreichen Perspektiven, O-Tönen von Beteiligten und einer Bilderstrecke. Die Druckversion lässt sich unter solikomitee-maja@systemli.org bestellen. Die elektronische Version kann man hier herunterladen: https://www.basc.news/broschuere-zu-majas-hungerstreik.

Linkes Bündnis gg. Antisemitismus in Erfurt: Selbstverständnis ist da.

Bereits in 2024 fand sich in Erfurt ein linkes Bündnis gegen Antisemitismus zusammen. Es nennt sich AG gegen Antisemitismus in Erfurt. Seit dem mischt sich die AG in Debatten ein, meldete eine Kundgebung an und organisierte Veranstaltungen zum Thema. Selbst bezeichnet es sich als „loses“ Bündnis. Nach organisierten Gruppen innerhalb des Bündnisses sucht man vergebens. Vermutlich ein Anhaltspunkt dafür, dass israelsolidarische Positionen in der radikalen Linken in unseren Breiten nicht mehr so selbstverständlich zusammenkommen und nach außen sichtbar werden.

Wir möchten auf das jüngst veröffentlichte Selbstverständnis der AG aufmerksam machen und freuen uns, dass die Leerstelle einer breiter organisierten linken Kritik an Antisemitismus in dieser Form zusammengekommen ist. Am Yisrael Chai!

Wir sind AGgA – AG gegen Antisemitismus in Erfurt, ein Zusammenschluss linker Menschen aus Erfurt, die sich im Jahr 2024 aus politischer Notwehr heraus als loses Bündnis zusammengefunden haben. Eine Reihe von Ereignissen hat uns zu diesem Schritt bewegt.

Erstens: das ohrenbetäubende Schweigen großer Teile der linken und linksradikalen Zusammenhänge nach dem antisemitischen Massaker vom 7. Oktober 2023.

Zweitens: die seitens der Organistor:innen in Kauf genommenen antisemitischen Vorfälle auf dem System Change Camp in Erfurt.

Drittens: das Auftauchen neuer, meist roter Gruppen, die sich zugleich mit autoritärer Attitüde und antisemitischen Positionen hervortun – eine Mischung aus politischem Dogmatismus und moralischer Selbstüberhöhung, die leider nur zu gut bekannt ist.

Am 07. Oktober 2023 verübte die islamistische Terrororganisation Hamas mit ihrem Angriff auf Israel und seine Bevölkerung das größte antisemitische Pogrom seit der Shoa. Tausende Menschen fielen an diesem Tag dem antisemitischen Vernichtungswahn der Islamisten zum Opfer: etwa 1200 verloren an diesem Tag ihr Leben, 5400 wurden verletzt, 250 wurden als Geiseln in den Gaza-Streifen verschleppt. Sie waren massiver Grausamkeit, Folter und dem Einsatz systematischer sexualisierter Gewalt ausgesetzt.

Linke Solidaritätsbekundungen gegenüber den Betroffenen und Opfern des 7. Oktober hat man allerdings innerhalb der linken Bewegung, auch in Thüringen, oft vergeblich gesucht. Was stattdessen rasch Konjunktur hatte, waren abstrakte, oft reflexhafte Positionierungen zum „Nahostkonflikt“. Kaum war der Rauch über den Massakern verzogen, wurde bereits wieder geopolitisch daher geredet. Vermehrt wurde auch die Hamas als „Widerstandsorganisation“ verharmlost und die systematische sexualisierte Gewalt an israelischen Frauen und Mädchen relativiert oder sogar geleugnet.

Antisemitische Äußerungen von linken Gruppen häuften sich und in Thüringen und Erfurt entstanden neue Gruppen, die neben ihrem Antisemitismus auch durch ihre autoritaristischen Positionen auffielen. Politisch kreiste und kreist dabei fast alles um ein einziges Thema – Palästina bzw. Gaza – während andere soziale, ökologische oder emanzipatorische Fragen scheinbar aus dem politischen Universum verschwinden oder hinten anstehen müssen.

Nachdem es auf dem System Change Camp, das 2024 in Erfurt stattfand, mehrere antisemitische Vorfälle gab, die von Seiten der Camp-Orga trotz der Kritik linker Gruppen aus Erfurt unbearbeitet blieben, haben wir ein Statement verfasst, das die Geschehnisse auf dem Camp und einer antirassistischen Demonstration in Erfurt im gleichen Zeitraum, aufarbeitet und unsere Kritik am Umgang der Camp-Orga/ Camp-Teilnehmenden beinhaltet. Das Statement könnt ihr hier nachlesen: https://agga.noblogs.org/texte-2/

Zum Jahrestag des 7. Oktober 2024 organisierten wir eine Kundgebung mit anschließender Filmveranstaltung. Wir gingen auf die Straße – in Trauer um die Opfer des Massakers, in Solidarität mit den Überlebenden und als klares Signal gegen Antisemitismus.

Antisemitismus einfach unter dem Schlagwort „Rassismus“ zu subsumieren, halten wir analytisch für falsch. Beide sind eigenständige Ideologien und müssen auch als solche verstanden und bekämpft werden. Gleichzeitig gilt: Rechte und rassistische Ressentiments haben im Kampf gegen Antisemitismus nichts verloren. Wer Antisemitismus instrumentalisiert, um gegen Migrant:innen oder Muslim:innen zu hetzen, betreibt keine Solidarität mit Jüdinnen:Juden, sondern verbreitet Rassismus.

Eine Kritik des Islamismus als antisemitische und rassistische Ideologie hingegen halten wir in der Auseinandersetzung für unabdingbar. Deshalb stellen wir uns klar gegen die Verharmlosung der Auslöschungsfantasien gegenüber Israel und islamistischen Terror von Hamas, Hisbollah und des iranischen Regimes.

Was es braucht, ist eine linke Präsenz, die sich klar gegen Antisemitismus, Rassismus und Islamismus positioniert.

Was es braucht, ist eine linke Bewegung, die die Solidarität mit Israel als Konsequenz aus der Geschichte begreift – mit dem einzigen Staat der Welt, der Jüdinnen:Juden tatsächlich Schutz bieten kann.

Was es braucht, ist eine Linke, die die frauenverachtende Gewalt des antisemitischen Massakers der Hamas am 7. Oktober beim Namen nennt und gleichzeitig das Leid der palästinensischen, libanesischen und iranischen Zivilbevölkerung anerkennt – sowohl unter der Herrschaft von Hamas, Hisbollah und dem Mullah-Regime als auch unter den Folgen der von ihr entfachten militärischen Eskalation.

Und was es braucht, ist eine linke Solidarität mit Jüdinnen:Juden weltweit, die derzeit wieder vermehrt ausgegrenzt, bedroht und angegriffen werden – auf Straßen, an Universitäten, in sozialen Netzwerken und leider auch in politischen Milieus, die sich selbst gern für besonders aufgeklärt halten.

Wir arbeiten als Bündnis anlassbezogen. Das bedeutet: Wir organisieren Veranstaltungen, veröffentlichen Statements, mischen uns in Debatten ein und beziehen Position, wenn antisemitische Narrative Raum greifen – egal ob auf Demonstrationen, in politischen Gruppen oder in vermeintlich progressiven Kontexten.

Uns geht es darum, Widerspruch zu organisieren, wo Antisemitismus verharmlost wird – und eine linke Praxis zu stärken, die sich nicht vor der eigenen Verantwortung drückt. Denn wenn Antisemitismus selbst in linken Zusammenhängen unwidersprochen bleibt, dann ist nicht nur etwas aus dem Ruder gelaufen – dann hat ein Teil der Linken schlicht vergessen, wofür sie mal angetreten ist.

Lirabelle #35 erschienen

Ausgabe #35 der Lirabelle ist erschienen. Damit erscheint das linke Szeneblättchen bereits im dreizehnten Jahr. Diesmal geht es u.a. um Sexismus in der Szene in Form eines Rants sowie eines wütenden Beitrags – fühlt ihr euch angesprochen? Dann nehmt euch den Apell am Ende des „Abschieds“-Textes von campus mackerfrei zu Herzen! Als Infoladen haben wir Erkenntnisse aus unserem Workshop beim letzten Ratschlag im November 2025 zusammengetragen, in welchem wir über das Korridor-Papier des Vorbereitungskreises diskutiert haben. Genosse Ox Y. Moron bespricht die wahnhafte Fokussierung der Linken auf Israel und Max Unkraut argumentiert mit der Studie ‚Debunking the Genocide Allegations‘, die sich mit dem gegen Israel erhobenen Vorwurf des Genozids beschäftigt, gegen Desinformation als Ausdruck des autoritären Bedürfnisses nach Eindeutigkeit. Lokaler wird es mit der Beilage und vier Beiträgen zum vergangenen Antifa-Kongress „Zeit zu Denken“. Lest selbst!

Ihr findet das Heft online oder auf Papier u.a. im veto bzw. im Infoladen. Denkt dran, nur die Druckausgabe enthält Bilder und diesmal auch Karikaturen.

Aufmerksamen Leser:innen unseres Blogs ist sicherlich aufgefallen, dass wir die vergangene Ausgabe #34 (Herbst 2025) nicht beworben haben. Lasst uns oder das Heft von euren Verschwörungserzählungen dazu wissen!

Wir lösen auf: Wir haben es vergessen – weil wir uns auf aktuelle Terminankündigungen konzentrieren wollten. Aber: Noch besser als ein regelmäßiger Newsletter, ist was Gedrucktes in der Hand (auch wenn das Heft keine Termine mehr führt – wie auch, wenn bereits Flyer zu „langlebig“ geworden sind).

Es war schon wieder 1. Mai: Gera 2026

Nach spontaner Anmeldung der Neonazi-Partei „Der III. Weg“ mobilisierte das Bündnis „Gera gegen Rechts“ zu einer Gegenkundgebung mit dem Titel „1. Mai – nazifrei“. Der Titel der Veranstaltung wirkt jedoch fehlplaziert, denn dass Gera – und jeder andere Ort – weder am 1. Mai noch sonst wann nazifrei wären, ist ja Teil unseres Problems und wird sich durch eine Gegenkundgebung auch nicht ändern…aber gut, was sonst reimt sich sonst auf 1. Mai. Aber nun zum Inhalt:

Die Teilnehmer*innenzahlen wurden auf ca. 200 bei den Faschos und 400 bei der Gegenkundgebung geschätzt. Der „III. Weg“ lief eine längere Route und sollte am Museumsplatz auf die Gegenkundgebung treffen. Einigen Antifas war das Warten und Winken jedoch nichts und so wurde versucht, die Route der Faschos mit einer Sitzblockade mindestens auszubremsen. Diese Rechnung hatten sie jedoch nicht mit den hyperprollo ausgestatteten Bullen gemacht, die bereits Sekunden nach der ersten Bewegung der Antifas das Pfefferspray auspackten. Insgesamt saßen die Blockaden ca. 30 Sekunden, dann wurde unter heftigster Polizeigewalt geräumt. Selbst im Rückzug knüppelte der kampfhungrige Männertrupp noch auf die Antifas ein.  

Und all das, obwohl ihnen doch schon längst klar gewesen sein musste, dass dem „III. Weg“ soeben ein vierter Weg zur Verfügung gestellt und die Route der Faschos umgeleitet wurde. Zu einem Aufeinandertreffen kam es nicht. Das breitgefächerte polizeiliche Einsatzinstrumentarium von Hundestaffel, zwei Wasserwerfern und Räumpanzer hatte wohl eine andere Einsatzlage erwartet.

Die Gegendemo wartete nun also auf das Eintreffen des „III. Weges“ bei bestem Wetter im Schatten der Wasserwerfer. Im Vorbeigehen konnten Faschos ohne Probleme die Demoteilnehmenden filmen und abfotografieren und rückten dafür der Gegendemo ganz schön auf die Pelle. Von der vorher groß angekündigten „Wahrung des Versammlungsrechts“ war von Seiten der Polizei dann nichts mehr zu sehen, aber laut Pressebericht hatte sich ja auch mindestens einer von ihnen beim Räumen der Blockade ein bisschen weh getan.

Nach einigen Planänderungen und Bemühungen aus Gera konnte auch die Abreise konfrontationsfrei über die Bühne gehen, danke dafür!

Im Zusammenhang der Blockaden sind bisher keine Maßnahmen bekannt geworden, sollte noch Repression folgen, wendet euch an eure lokale Ortsgruppe der Roten Hilfe.

Alles bleibt beschissen – bis zum nächsten Mal!

Solidarität gegen rechte Gewalt!

In Erfurt wurde vergangene Woche ein junger Mensch von Faschos angegriffen. Dieser Beitrag auf dem veto-Blog formuliert eine Solidaritätsbekundung gegen rechte Gewalt und dafür, Betroffene nicht allein zu lassen — auch über politische Differenzen hinweg. Denn ein faschistischer Angriff ist ein Angriff auf uns alle. ✊

https://vetoerfurt.noblogs.org/2026/04/25/gegen-faschistische-angriffe-solidaritaet-heisst-zusammenzustehen/

Widersetzen-Konferenz in Erfurt, 10.–12. April: Gemeinsam planen – entschlossen handeln -> jetzt anmelden 🚩

Vom 10. bis 12. April trifft sich in Erfurt die Widersetzen-Konferenz. Im Zentrum stehen die Aktionen gegen den AfD-Bundesparteitag am 4. und 5. Juli in Erfurt. Auf die rissige Brandmauer aus CDU BSW und Co. können wir uns nicht verlassen. Es braucht unseren ungehorsamen, widerständigen Beitrag – organisiert, solidarisch, entschlossen.

Was wir vorhaben – und was es braucht 🛠️

Bei der Konferenz werden gemeinsam Strategien und Aktionen, um den AfD-Bundesparteitag im Juli zu delegitimieren und effektiv zu stören. Ein paar relevante Leitfragen:

  • Wie wird nach den Aktionen in Riesa und Gießen noch eine Schippe drauf gelegt? Wie bauen wir breitere Bündnisse, holen mehr Aktivist*innen an Bord und organisieren effektivere Blockaden?
  • Wen brauchen wir dafür? Was brauchen wir an Infrastruktur, Rechtshilfe, Awareness etc.?
  • Was passiert vor und nach der großen Aktion?
  • Wie schaffen wir es, dass Widersetzen breiter, diverser, antirassistischer, radikaler wird?

AfD-Parteitag in Erfurt: Wir müssen aktiv werden ✊

Erfurter Strukturen, das ist euer Call: Linke Projekte, antifaschistische Gruppen, Antira-Zusammenhänge, Klima-Kämpfe, Gewerkschaftsaktive: Bringt euch ein!

Anmeldung & Infos 📢

🗓 Wann? 10. bis 12. April 2026
📍Wo? Zughafen Erfurt (Zum Güterbahnhof 20, 99085 Erfurt)
📝Jetzt anmelden: https://widersetzen.com/vorbereitung/konferenz-erfurt/#anmeldung

Weitere Infos findet ihr auf der Widersetzen-Seite: https://widersetzen.com/

Für Solidarität und Bewegungsfreiheit. Gegen Faschisierung und Repression. Gemeinsam planen – entschlossen handeln. Alerta!

01.04 Kundgebung und Demo zur Urteilsverkündung im Knockout-Prozess und einen Tag später 6. Fretterode – Prozesstag

01.04.2026, 14:15 Uhr, Justizzentrum Jena, Rathenaustraße 13

Urteilsverkündung gegen Knockout 51 – Kundgebung und Demo
Seit April 2025 wurden am Oberlandesgericht in Jena die Klagen gegen drei Neonazis der Gruppe Knockout 51 aus Eisenach verhandelt. Ein Jahr später, am 01.04.2026 soll das Urteil gesprochen werden.

Aus dem Aufruf:
[…]
Darüber hinaus bleibt nur der Druck der Straße. Wir müssen zeigen, dass so ein Gerichtsprozess eben keine kleine, formelle Sache ist, die man mal schnell hinter sich bringen kann und wir werden auch nicht zulassen, dass Faschos sich im Gerichtssaal unwidersprochen breit machen, ohne auf antifaschistische Gegenpräsenz zu treffen.
Lasst den Nazis keine Ruh. Lasst uns zusammen klar machen, dass es eine kritische und antifaschistische Öffentlichkeit gibt. Zeigen wir – erst recht hier in Thüringen, erst recht hier in Jena, der Stadt aus der das Kerntrio des NSU stammt – dass kein Gericht unbeobachtet bleibt, wenn gewalttätige Neonazis verharmlost und entpolitisiert werden!

Lasst uns den Betroffenen rechter Gewalt zeigen, dass sie nicht alleine sind und dass viele an ihrer Seite stehen!
Darum kommt zur Kundgebung am 01.04. Lasst uns im Gerichtssaal mit einer kritischen Gegenöffentlichkeit präsent sein und anschließend unsere Wut über den Umgang mit rechten Netzwerken auf die Straße tragen.

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Außerdem:

02.04.2026; 9:30 Uhr; Eisenacher Straße 41,99974 Mühlhausen

6. Prozesstag im Fretterode Prozess

Immer noch Fretterode: Das Revisionsverfahren gegen die brutalen Angriffe auf zwei Journalisten im Jahr 2018 läuft weiter. Erst kürzlich kam es im Rahmen von Dreharbeiten zu einem erneuten Angriff lokaler Neonazis auf drei Reporter des Spiegel Magazins. Es bleibt also notwendig den Prozess nicht zu vergessen- zeigt euch solidarisch!

Freitag: Kundgebung vor dem Arbeitsgericht Erfurt

Morgen, am 27.3.2026, verhandelt das Arbeitsgericht Erfurt ab 13:30 Uhr über den Antrag des Betriebsrats von Zalando zur Einrichtung einer Einigungsstelle. Die Partei „Die Linke“ (PdL) organisiert eine Soli-Kundgebung:

Freitag, 27.03. · 13:00 Uhr
Kundgebung vor dem Arbeitsgericht Erfurt

Der Betriebsrat von Zalando sagt dazu:

Erfurt, [25.03.2026] – Am Freitag, den 27. März, findet um 13:30 vor
dem Arbeitsgericht Erfurt die Verhandlung über die Einsetzung einer
Einigungsstelle statt. Der gesamte Betriebsrat wird an diesem
öffentlichen Termin teilnehmen. Aufgrund der Tragweite des Verfahrens
rechnen wir mit einem hohen Interesse und einer entsprechenden
Teilnahme aus der Belegschaft.
Sollte das Gericht dem Antrag von Zalando stattgeben und die
Einigungsstelle einsetzen, möchten wir betonen, dass dies kein Urteil
über die Richtigkeit der Position des Arbeitgebers darstellt.
Die rechtlichen Hürden für die bloße Einsetzung einer Einigungsstelle
sind extrem niedrig. Ein Gericht prüft hier nicht, ob die Verhandlungen
inhaltlich bereits „am Ende“ sind. Es reicht oft schon aus, wenn eine
Seite subjektiv erläutert, dass man am Tisch nicht schnell genug
vorankommt. Der Richter hat hier kaum Ermessensspielraum – eine
Entscheidung gegen uns wäre also ein rein formeller Akt.
Der Betriebsrat sieht dem Ausgang des Verfahrens mit Klarheit entgegen.
Unabhängig von der gerichtlichen Entscheidung halten wir das Vorgehen
des Arbeitgebers, diesen Weg zum jetzigen Zeitpunkt einzuschlagen, für
sachlich verfehlt.
Aus Sicht der Arbeitnehmervertretung ist die Einleitung dieses
Verfahrens verfrüht und nicht zielführend. Statt den Prozess zu
beschleunigen, sorgt der Gang vor das Gericht bereits jetzt für eine
unnötige Verzögerung der Informationsphase und des eigentlichen
Verhandlungsstarts.
Unsere Position ist eindeutig:

  • Wir sind überzeugt, dass eine konstruktive Lösung am gemeinsamen
    Verhandlungstisch – ohne externe Instanz – weiterhin der bessere Weg
    für die Beschäftigten ist – und diese sind unser Fokus.
  • Wir wünschen uns vom Arbeitgeber, zu Gesprächen an einem gemeinsamen
    Tisch zurückzukehren und die noch ausstehenden Fragen des Betriebsrats
    umfassend zu beantworten. Ein Einlenken des Arbeitgebers wäre ein
    wichtiges Signal für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.

AK40 in neuen, jetzt eigenen Räumen – wir gratulieren!

Suhl ist „im Grünen Wald die rote Stadt, die ein zerschossen Rathaus hat“ — und seit einiger Zeit nicht nur ein zerschossenes Rathaus, sondern auch ein autonomes Zentrum, das AK40, wo regelmäßig Konzerte, Küfa und manchmal auch Veranstaltungen stattfinden.
Nun konnte das AK40 den dauerhaften Bestand sichern — zwei Häuser neben der bisherigen Location weiter wartet ein Haus mit Grundstück, Konzerthalle und Ententeich 🦆🦆🦆 auf die Erschließung. Die Planung für den Umzug ist im Gange. Wer linke und alternative Kultur in der Thüringer Provinz unterstützen will, findet nach wie vor einen Spendenaufruf auf der Seite des AK40.

Nein zur rassistischen Bezahlkarte!

Über 140 Gruppen, Vereine, Verbände, Zentren, Geschäfte, Kneipen, Hochschulgruppen und Einzelpersonen aus Thüringen sagen in einem beim Flüchtlingsrat Thüringen veröffentlichten offenen Brief „Nein“ zur rassistischen Bezahlkarte.
Bezahlkarte ist, wenn der Staat viel Geld dafür ausgibt, dass Geflüchtete es schwerer haben. Sie bekommen nämlich vom Amt nicht einfach Geld, sondern eine elektronische Bezahlkarte. Damit können sie nur in bestimmten Läden einkaufen. Und sind besser zu überwachen. Warum der Staat das macht, weiß man nicht so genau. Vielleicht, um rassistische Bürger*innen zufrieden zu stellen. Vielleicht, um an einer randständigen Gruppe schon mal auszuprobieren, wie man später alle Armen besser überwachen und schikanieren kann. Vielleicht auch einfach, weil der Staat ein rassistisches Stück Scheiße ist. Zum Glück gibt es Leute, die versuchen, das in Ordnung zu bringen, indem sie Bargeld gegen Supermarkt-Gutscheine tauschen. Die Supermarkt-Gutscheine haben Menschen aus den betroffenen Thüringer Landkreisen mit ihrer Bezahlkarte gekauft. So repariert die Zivilgesellschaft den Mist, den der Staat anrichtet. Mehr zum Gutscheintausch in Erfurt findet ihr unter https://neinzurbezahlkarte.de/erfurt/.
Unter den Unterzeichner*innen des offenen Briefes sind der Ausländerbeirat Erfurt, DGB und ver.di Thüringen, die Seebrücke, die Zentren AJZ, Veto und AK40, verschiedene Hochschulgruppen sowie mehrere kirchliche Gliederungen wie die Offene Arbeit Erfurt.

Neu im Infoladen: »Worüber wir streiten müssen«

Cover eines Taschenbuchs. Hintergrund beige. Als Bildelemente in der Mitte ein schwarzer Kreis, darüber und darunter ein rotes Dreieck. In die Mitte ist leicht diagonal und groß die rote Schrift "Worüber wir streiten müssen" gesetzt, darunter schwarz auf weißem Grund "Konflikte, Spannungen und Gemeinsamkeiten in der radikalen Linken".

Gerade erschienen ist »Worüber wir streiten müssen. Konflikte, Spaltungen und Gemeinsamkeiten in der radikalen Linken«. Das Büchlein bietet einen verständlichen Überblick über 15 typische innerlinke Streitpunkte: Spaltung oder Einheitsfront, Parlament oder Bewegung, Kollektiv oder Individdum, Theorie oder Praxis, Technik als Befreiung oder als Intensivierung von Herrschaft, etc.
Die Konflikte werden jeweils auf 5-10 Seiten besprochen, mit Bezug auf linke Theorien und konkrete politische Auseinandersetzungen, manche davon aus Thüringen. Einleitung und Inhaltsverzeichnis gibt es als Leseprobe beim Unrast-Verlag.
Bei der Donnerstagsbar im Veto am 19.3. gibt es ab 21 Uhr die Gelegenheit, auf das Erscheinen anzustoßen und ein Exemplar zu erwerben.

via Indy: Das war Erfurts erste Take back the night Demo

Am Abend des 7. März 2026 nahm sich die allererste feministische TAKE BACK THE NIGHT Demo in Erfurt die Straßen. Ein kurzer autonomer Rückblick:

Wenn nicht alles täuscht: Gestern fand die erste feministische TAKE BACK THE NIGHT Demo in Erfurt überhaupt statt.

Fast 100 FLINTA* versammelten sich am Vorabend zum 8. März 2026 auf dem Leipziger Platz in Erfurt, um sich von dort aus die Nacht zurückzuholen. Genoss:innen hielten starke, wütende, lustige und kluge Reden und verteilten klare Ansagen:

Für mackernde Macker im Plenum gibt’s den Redestein direkt in die Fresse!

Hoch mit der feministischen Solidarität! Wir geben uns Rückhalt, Unterstützung, Sicherheit, Austausch, Glück, Liebe, Geborgenheit, Gemeinschaft, Fun! Stärken wir einander als FLINTA* – mit allen Widersprüchen, die wir in uns tragen

So lange das System unsere Genoss:innen in Knäste steckt und unsere Freund:innen abschiebt, gehen wir auf die Straße! Wir scheißen auf eure rassistische und klassistische Politik von Sicherheitspolitik!

Free Maja, Lina, Hannah, Nele, Clara, Emmi und Paula, die gerade alle im Knast sitzen! Free all Antifas!

Wir brauchen keinen Staat, der uns Feminismus bringt. Solange dieses System auf kapitalistischen Logiken basiert und das Patriarchat zu dessen Erhalt benötigt, kämpfen wir dagegen!

Rasant und bestimmt nahm sich die Demo die Erfurter Straßen. Wir zogen laut und wütend in den Erfurter Norden. Who’s streets? Our streets! Heute pöbeln wir zurück! Wir zeigen Zähne und zwar nicht, um nett zu lächeln.

Ein deutliches Ciao geht an das absurd hohe Polizeiaufgebot, dass dem Demozug dauerhaft auf die Pelle rückte. Wir können auf euch und eure „Sicherheit“ verzichten!

Danke für die kämpferische Einstimmung in den feministischen Kampftag! Danke an die Orga und an alle Freund:innen, Genoss:innen und Kompliz:innen. Weiter geht’s. Achter März ist alle Tage!

Quelle: Indymedia, yeah!. Dort gibt es auch weitere Bilder.

Rote-Hilfe-Kontokündigung erst mal vom Tisch

Logo der Roten Hilfe, zwei verschränkte Arme, die Hände im Vordergrund. Zweifarbige Zeichnung rot auf weiß.

Wie Digitalcourage auf Mastodon schreibt, haben Rote Hilfe und GLS-Bank einen Weg gefunden, die Zusammenarbeit fortzusetzen:

In den vergangenen Wochen wurde die Struktur der Kontoführung mit juristischer Unterstützung neu geordnet und übersichtlich gestaltet. Die Zahl der Konten wurde reduziert und Abläufe klar geregelt.
Damit ist gewährleistet, dass alle regulatorischen Vorgaben eingehalten werden können. Die Gespräche, die seit Ende 2025 geführt wurden, verliefen offen, konstruktiv und lösungsorientiert.
Für die Rote Hilfe ist entscheidend, dass unsere Solidaritätsarbeit für Betroffene von Repression weiterhin verlässlich gesichert bleibt. Als Rote Hilfe möchten wir uns ausdrücklich bei allen bedanken, deren überwältigende Solidarität uns in den vergangenen Wochen getragen hat.

Gelungen ist das nur, es beträchtlichen Druck gab: 410 Organisationen und über 10.000 Einzelpersonen, viele davon Genossenschaftsmitglieder*innen der GLS, haben die Bank in einem Offenen Brief gefordert, politisch motivierte Kontokündigungen zurück zu nehmen. Ein kleiner Kampf ist damit vorläufig gewonnen, die Episode zeigt aber, wie wichtig es ist, unseren Organisationen den Rücken zu stärken — wenn Räume zugemacht werden sollen (wie es die GRÜNEN Jena gegenüber der RH versucht haben), oder wenn es um ein Verbot geht. Insofern: tretet ein, denn gemeinsam können wir uns wehren.
Nicht verschweigen wollen wir, dass die erfreuliche Meldung nur für die RH gilt. Gleichzeitig mit der RH hatte die GLS auch der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und Anarchist Black Cross Dresden das Konto gekündigt, im Februar 2026 zog die Postbank nach und kündigte mehreren Regionalgliederungen des VVB-BdA.

„Die Linke und die Wehrpflicht“ (3.3.) und „Als Punk in der NVA“ (13.3.)

Im Veto gibt es zwei Veranstaltungen zum Thema Wehrpflicht, erst einen Rückblick auf die letzten 150 Jahre (3.3.), dann eine Veranstaltung mit einem Punk, der in der DDR zur NVA gezogen wurde.

Wichtig: Diese Veranstaltung haben wir versehentlich für den 10.3. beworben, der richtige Termin ist der 13.3..

Die Linke und die Wehrpflicht
3.3.2026, 19 Uhr, Veto
2026 steht die Wiedereinführung der Wehrpflicht an. Für junge Menschen steht damit wieder eine Frage an, die für vor 1990 Geborene mit männlichem Geschlechtseintrag in den Ausweisdokumenten biografisch sehr relevant war: Ist man bereit, für Deutschland mit der Waffe in der Hand einzustehen?

Für Linksradikale war die Antwort lange klar: „Die Arbeiterklasse hat kein Vaterland“ (Marx/Engels), insofern gibt es keinen Grund, das Leben für den Staat zu riskieren. Aber manchmal ist die Welt komplizierter: In den 1970er-Jahren wurde bspw. diskutiert, dass revolutionäre Veränderung auch darauf beruht, die Armee auf die eigene Seite zu ziehen und deswegen auch in diesen Teil von Staatlichkeit um Kräfteverhältnisse zu ringen, also in der Armee für linke Positionen zu streiten.

Seit dem Ende der Systemkonkurrenz mit dem Zusammenbruch des Ostblocks gewinnt (nicht zuletzt ausgehend von der ehemals pazifistischen GRÜNEN Partei) eine Sichtweise auch in der Linken an Einfluss, derzufolge westliche Werte (Demokratie, Minderheitenschutz, ..) auch mit Waffengewalt verteidigt werden müssen.

Wir wollen bei der Veranstaltung linke Positionen zur Wehrpflicht aus dem vergangenen Jahrhundert darlegen und auf dieser Grundlage darüber
diskutieren, wie heute eine linksradikale Kritik der Wehrpflicht aussehen kann.

Die Veranstaltung ist niedrigschwellig, hoffentlich kurzweilig und offen für alle Interessierten.

Als Punk in der NVA – Wehrpflicht in der DDR
13.3.2026, 19 Uhr, Veto

Die Deutsche Demokratische Republik führte 1962 die allgemeine Wehrpflicht ein. Einen zivilen Ersatzdienst gab es nicht, auf Drängen der evangelischen Kirche und im Umgang mit Wehrdienstverweigerern wurde aber der Soldatendienst ohne Waffe (die sogenannten “Bausoldaten”) eingeführt.

Als antifaschistisches Gegenmodell zur BRD präsentierte sich die DDR als Friedenstaat und somit die Armee auch als Friedensmacht. Es gab keine direkten Auslandseinsätze der NVA, diese beteiligte sich jetzt jedoch an militärischer Beratung und Ausbildung befreundeter Regierungen oder Widerstandsbewegungen. Während des Prager Frühling wurde 1968 die NVA in “erhöhte Gefechtsbereitschaft” versetzt, marschierte aber wider ausdrücklicher Bereitschaft der SED nicht in Prag mit ein, um den Prager Frühling niederzuschlagen.

Der vorzeitige Einzug in den Grundwehrdienst war auch eine Disziplinarmaßnahme, um mit nichtkonformen Jugendlichen umzugehen. Wir sprechen darüber mit einem, der als Punk in der DDR aufgewachsen ist. Er vermittelt einen Überblick zur Organisation vom Wehrpflicht und Militär in der DDR und einen Einblick dazu, was dieses System für Menschen, insbesondere solche, die sich nicht konform verhalten haben, bedeutet hat.

Anquatschversuch des VS in Erfurt im Dezember 2025

Wie die Rote Hilfe Erfurt schon vor zwei Wochen veröffentlicht hat, gab es in Erfurt anscheinend einen Anquatschversuch des Thüringer Verfassungsschutzes. Das bedeutet: Landesbeamte sind auf die Arbeitsstelle einer Person gekommen und haben sie unter Druck gesetzt — ganz offensichtlich, um sie zur informellen Mitarbeit zu gewinnen. Der Vorfall zeigt ganz deutlich, dass auch ein durch R2G umstrukturierter Geheimdienst am Ende das tut, wofür ein Geheimdienst da ist: Menschen bespitzeln und unter Druck setzen (auch hier), um die Lebenszusammenhänge missliebiger Personengruppen zu zersetzen. Dafür haben wir nur Verachtung übrig. Das einzig richtige Forderung dazu ist: Verfassungsschutz? Abschaffen! Den Thüringer zuerst.

Gegen Repression und patriarchale Gewalt

OAT Erfurt: Oh no, es kommt ein neues Polizeiaufgabengesetz!

🗓 Wann? 27. Februar 2026, 19:00 Uhr
📍Wo? Queeres Zentrum Erfurt (Johannesstraße 52, Eingang Waldenstraße)

Das Jahr hat grad erst angefangen, an allen Ecken brennts, aber wir müssen über den nächsten Haufen, der uns da aufgetischt wird, reden: Der Entwurf für das neue Thüringer Polizeiaufgabengesetz. Dieses Gesetz bringt massive Eingriffe in unsere Freiheitsrechte und hat Auswirkungen auf verschiedene Gruppen – von politischen Aktivist*innen bis hin zu marginalisierten Communities.

  • Was steckt im Entwurf? Welche Grundrechte sind betroffen?
  • Wie steht es aktuell um den Gesetzgebungsprozess?
  • Wir werfen einen Blick auf erfolgreiche Kampagnen gegen ähnliche Gesetzesvorhaben wie in NRW, Bayern oder die Fußballdemo in Leipzig 2025 und die EU-Chatkontrolle.

Kommt vorbei für einen kleinen Input, Einordnung, & Diskussion – bringt eure Friends, eure Fragen, und gern neue Ideen, wie es weitergehen kann.


Feministischer März

📷⁩ ⁨💜🔥 Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben – 7.03.26 Take back the night Demo Erfurt 🔥💜

🗓 Wann? 7. März 2026, 19:30 Uhr
📍Wo? Leipziger Platz, Erfurt

⁨++Wir wollen uns kämpferisch auf den 8. März einstimmen und rufen alle FLINTA* dazu auf, sich mit uns am 07.03. laut, wütend und selbstbestimmt die Straße und die Nacht zu nehmen.++

Der massive globale antifeministische Rückschritt erzeugt nicht selten ein Gefühl der Ohnmacht. Sexistische und queerfeindliche Einstellungen werden stärker und bedrohen feministische und emanzipatorische Errungenschaften. Catcalling, Übergriffe, Rape Culture, transfeindliche Angriffe, Feminizide sind die Realität dieser Gesellschaft – wir erleben tagtäglich Gewalt. Auch in unseren eigenen Reihen müssen wir uns mit patriarchalem Verhalten herumschlagen – insbesondere dem unserer cis-männlichen Genossen. Doch all das lassen wir nicht unbeantwortet. Feministischer Widerstand lebt und Frauen, Lesben, inter, non-binäre, trans* und agender Menschen kämpfen weltweit für Freiheit und Selbstbestimmung. Lasst uns nicht in Ohnmacht verharren, lasst sie uns in Wut verwandeln und als FLINTA* vereint und entschlossen gegen Patriarchat, Staat, Nation und Kapital auf die Straße gehen. Lasst uns laut sein für all die, die sonst kein Gehör finden. Lasst uns den öffentlichen Raum füllen mit all dem, wofür FLINTA* sonst wenig Platz gewährt wird: mit Wut, Schmerz, aber auch mit Solidarität, Liebe und Kraft.

Demkonsens:
Wir wünschen uns eine wütende, laute und ausdrucksstarke Demo! Wir starten um 19:30Uhr am Leipziger Platz und enden in der Nähe des Nordbahnhofs. Kommt gerne in Bezugsgruppen: bringt Komplizinnen und Genossinnen mit.

Die Demo ist FLINTA* only. Wir wollen explizit auch trans, inter, non-binäre und agender Personen dazu bestärken, an der Demo teilzunehmen. Denn FLINTA* ist kein Synonym für Frau.

Bringt feministische Banner mit. Lasst bitte (Jugend-)Parteifahnen, National,-Territorialfahnen und Handys zuhause. Achtet auf euch und auf andere.

Lasst es krachen, lasst es knallen!

Wir wollen uns lebend, wir wollen uns laut!💜🔥⁩

Feministischer Kampftag

Demonstartion

🗓 Wann? 8. März 2026, 14:00 Uhr
📍Wo? Domplatz, Erfurt

WIR SIND WÜTEND! Gemeinsam kämpfen wir gegen kapitalistische Ausbeutung und patriarchale Unterdrückung. Bringt Schilder, Banner und eure Wut mit, um ein starkes Zeichen für feministische Solidarität und soziale Gerechtigkeit zu setzen!

Weitere Veranstaltungen rund um den FKT:

  • 02.03., 18-21 Uhr @ Brennessel: Selbstbehauptungs-Workshop
  • 03.03., 18:00 Uhr @ Filler: Kreativ-Workshop – Schilder, Banner & Armbänder basteln
  • 06.03., 19:00 Uhr @ Veto: Vortrag: Feministischer Befreiungskampf in Ostkurdistan
  • 10.03., 18-20 Uhr @ Filler: Vortrag: Antifeminismus als Brückenideologie
  • 12.03., 17:30-19:30 Uhr @ L50: Workshop: Sexuelle Belästigung als Machtinstrument
  • 14.04., 19:00 Uhr @ Hackebeil: Abschlusssause
  • 17.03., 18-20 Uhr @ Filler: Input: How to Bündnisarbeit
  • 22.03., 17-19 Uhr @ Brennessel: Buchlesung: Das Patriarchat im Uterus

Wir brauchen euch!

Kommt zu den Veranstaltungen, informiert euch, diskutiert mit und bringt euch ein!

📢 Wir sehen uns im Queeren Zentrum und auf der Straße! Alerta!

Was wir tun …

Anfang 2026 haben wir zusammengetragen, was wir als Infoladen eigentlich machen und ergänzen entsprechend unsere Selbstdarstellung…

Infoladen

Wir als Infoladen Sabotnik sammeln Termine für linke Aktionen und Veranstaltungen und verbreiten diese über unsere Terminseite und einen Mailverteiler. Schwerpunkt ist Erfurt und Umgebung.

Wir reagieren damit darauf, dass Aktionen und Veranstaltungen zunehmend nur noch per Social Media beworben werden, was die Reichweite von Mobilisierungen oft auf bestehende Freundeskreise oder Filterblasen beschränkt. Dagegen setzen wir auf niederschwellige Technologien — eine Webseite abrufen oder eine E-Mail empfangen funktioniert von (fast) jedem Gerät aus.

Selbst anmelden für den Mailverteiler könnt ihr euch hier, oder sendet eine leere Mail an die Adresse ef-news-subscribe@listi.jpberlin.de.

Wenn ihr findet, dass Veranstaltungen fehlen oder ihr eure eigenen Termine hier mit veröffentlichen wollt, dann schreibt uns eine Mail oder sprecht uns an.

Politische Einschätzungen und aktuelle Themen

Wenn wir dazu kommen, tragen wir politische Einschätzungen vor und mobilisieren aktiv zu Aktionen. Wir organisieren eigene Veranstaltungen zu aktuellen Themen und möchten damit dazu beitragen, Konflikte auszutragen und Kollektivität zu organisieren.

Archiv und Raum

In unserem Raum im veto gibt es eine Bibliothek, aktuelle linke/linksradikale Zeitungen und Zeitschriften, Flyer, Sticker, Plakate und Transparente. Außerdem sammeln wir im Archiv Material, dass die Geschichte linker/linksradikaler Bewegungen in Thüringen dokumentiert: kopierte Heftchen, Flugblätter, Aufkleber, Positionspapiere, Plakate, Transparente, …

Ihr könnt diese Archivarien einsehen, in bestimmten Fällen auch ausleihen.

Wir freuen uns, wenn ihr uns eure Plakate, Flyer, Heftchen und andere Materialien zukommen lasst — wir kümmern uns um’s Abheften und in 20 Jahren freut sich jemand, zu sehen, was für interessante Sachen vor 20 Jahren passiert sind.

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