Es war schon wieder 1. Mai: Gera 2026
Nach spontaner Anmeldung der Neonazi-Partei „Der III. Weg“ mobilisierte das Bündnis „Gera gegen Rechts“ zu einer Gegenkundgebung mit dem Titel „1. Mai – nazifrei“. Der Titel der Veranstaltung wirkt jedoch fehlplaziert, denn dass Gera – und jeder andere Ort – weder am 1. Mai noch sonst wann nazifrei wären, ist ja Teil unseres Problems und wird sich durch eine Gegenkundgebung auch nicht ändern…aber gut, was sonst reimt sich sonst auf 1. Mai. Aber nun zum Inhalt:
Die Teilnehmer*innenzahlen wurden auf ca. 200 bei den Faschos und 400 bei der Gegenkundgebung geschätzt. Der „III. Weg“ lief eine längere Route und sollte am Museumsplatz auf die Gegenkundgebung treffen. Einigen Antifas war das Warten und Winken jedoch nichts und so wurde versucht, die Route der Faschos mit einer Sitzblockade mindestens auszubremsen. Diese Rechnung hatten sie jedoch nicht mit den hyperprollo ausgestatteten Bullen gemacht, die bereits Sekunden nach der ersten Bewegung der Antifas das Pfefferspray auspackten. Insgesamt saßen die Blockaden ca. 30 Sekunden, dann wurde unter heftigster Polizeigewalt geräumt. Selbst im Rückzug knüppelte der kampfhungrige Männertrupp noch auf die Antifas ein.
Und all das, obwohl ihnen doch schon längst klar gewesen sein musste, dass dem „III. Weg“ soeben ein vierter Weg zur Verfügung gestellt und die Route der Faschos umgeleitet wurde. Zu einem Aufeinandertreffen kam es nicht. Das breitgefächerte polizeiliche Einsatzinstrumentarium von Hundestaffel, zwei Wasserwerfern und Räumpanzer hatte wohl eine andere Einsatzlage erwartet.
Die Gegendemo wartete nun also auf das Eintreffen des „III. Weges“ bei bestem Wetter im Schatten der Wasserwerfer. Im Vorbeigehen konnten Faschos ohne Probleme die Demoteilnehmenden filmen und abfotografieren und rückten dafür der Gegendemo ganz schön auf die Pelle. Von der vorher groß angekündigten „Wahrung des Versammlungsrechts“ war von Seiten der Polizei dann nichts mehr zu sehen, aber laut Pressebericht hatte sich ja auch mindestens einer von ihnen beim Räumen der Blockade ein bisschen weh getan.
Nach einigen Planänderungen und Bemühungen aus Gera konnte auch die Abreise konfrontationsfrei über die Bühne gehen, danke dafür!
Im Zusammenhang der Blockaden sind bisher keine Maßnahmen bekannt geworden, sollte noch Repression folgen, wendet euch an eure lokale Ortsgruppe der Roten Hilfe.
Alles bleibt beschissen – bis zum nächsten Mal!