Erfurt, 17.9.: „Als Punk in der NVA“
In der kommenden Woche findet eine politisch spannende, biografisch geprägte Veranstaltung in der Offenen Arbeit Erfurt statt, auf die wir gesondert hinweisen möchten. Unter dem Titel „Als Punk in der NVA – Wehrpflicht in der DDR“ hören wir einen Erfahrungsbericht, der an aktuelle Themen und Konflikte anschließt. Wie gehen wir als radikale Linke mit der Wehrpflicht und Militarisierung um? Wie diszipliniert uns diese Gesellschaft zu ihrem Zwecke, der nicht der unsere ist? Was ist dran am „Friedensstaat“ DDR und was heißt das generell für die große Liebe der autoritären ML-/Stalino-Gruppen, welche uns die DDR wieder schmackhaft machen wollen? Und wie sieht unser Umgang heute damit aus?
Ankündigungstext: „Die Deutsche Demokratische Republik führte 1962 die allgemeine Wehrpflicht ein. Einen zivilen Ersatzdienst gab es nicht, auf Drängen der evangelischen Kirche und im Umgang mit Wehrdienstverweigerern wurde aber der Soldatendienst ohne Waffe (die sogenannten “Bausoldaten”) eingeführt. Als antifaschistisches Gegenmodell zur BRD präsentierte sich die DDR als Friedensstaat und somit die Armee auch als Friedensmacht. Der vorzeitige Einzug in den Grundwehrdienst war auch eine Disziplinarmaßnahme, um mit nichtkonformen Jugendlichen umzugehen. Wir sprechen darüber mit einem, der als Punk in der DDR aufgewachsen ist. Er vermittelt einen Überblick zur Organisation von Wehrpflicht und Militär in der DDR und einen Einblick dazu, was dieses System für Menschen, insbesondere solche, die sich nicht konform verhalten haben, bedeutet hat.“
Donnerstag, 17. September 2026, 19:30, Offene Arbeit Erfurt (Allerheiligenstr. 9)Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen Offener Arbeit, Biko und Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen.