Nächstes Wochenende: Rebell-Festival ohne Truther-Band

Schon im letzten Jahr hat der MLPD-Jugendverband Rebell in Thüringen um Unterstützung für das Rebellische Musikfestival geworben, dass am kommenden Wochenende in Truckenthal (Thüringen) stattfinden soll. Für uns war die Diskussion um die Unterstützung schnell beendet, als wir gesehen haben, dass auf dem Festival „Die Bandbreite“ spielen soll, eine Band, die der verschwörungstheoretischen „Truther“-Szene angehört. Dass die Bandbreite zum musikalischen Gesicht der rechtsoffenen neuen Montagsdemonstrationen in Berlin geworden ist, hat uns in dieser Entscheidung bestätigt.
Am 9. Mai hat das Rebell-Festival bekannt gegeben, dass die Bandbreite doch nicht spielen wird: Die Veranstalter haben die Band aufgefordert, zur Zusammenarbeit mit Nazis auf den neuen Montagsdemonstrationen in Berlin klar Stellung zu beziehen. Die Band hat das zum Anlass genommen, ihren Auftritt abzusagen. Auch wenn dieser Schritt sehr spät geschehen ist und auf der Webseite des Festivals keine Auseinandersetzung mit verschwörungstheoretischen und antisemitischen Inhalten stattgefunden hat, begrüßen wir, dass die Bandbreite nicht in Truckenthal spielen wird. Ob dieser Schritt ein Zeichen dafür ist, dass sich die Auseinandersetzung mit Verschwörungstheorien langsam auch im Spektrum von Rebell und MLPD durchsetzt, bleibt offen.


Truther sind vor allem in den USA und im deutschsprachigen Raum aktiv. Auf Konferenzen, an Stammtischen und vor allem im Internet propagieren die Truther ein breites Sammelsurium an Verschwörungstheorien. Die Bandbreite meint z.B., die USA habe die Anschläge vom 11.9.2001 selbst inszeniert und den HIV-Virus als Biowaffe in die Welt gesetzt. Auf den Webseiten der Truther kann man sich davon überzeugen, dass die Menschheit von Außerirdischen abstammt und dass aus Flugzeugen heraus Chemikalien versprüht werden, um die Bevölkerung zu vergiften. Außerdem wird die USA von einer Geheimgesellschaft von Teufelsanbetern und Illuminaten beherrscht. Wer dieses Geheimwissen leugnet, wird dafür von der Finanzoligarchie bezahlt. Was für uns interessant wäre, aber leider offen bleibt, ist die Frage, wo man sich für diese finanziellen Zuwendungen bewerben kann.