Soli-Transpi-Aktion: Zalando 💩 auf 2700


Solidarität mit den (noch 2700) Arbeiter*innen des Erfurter Standorts von Zalando drückt dieses Transparent aus, dass heute den Weg zur Niederlassung im Güterverkehrszentrum an der B7 säumt.
Zalando will den Standort Erfurt schließen, weil sich anderswo billiger wirtschaften lässt. Laut ver.di bekommen die Beschäftigten bei Zalando kaum mehr als Mindestlohn, während der Versandhändler 2026 einen Vorsteuergewinn von mehr als einer halben Milliarde Euro erwartet. Grotesk wirkt in diesem Zusammenhang, dass Zalando für den Aufbau des Versandzentrums in Erfurt vor nicht einmal 15 Jahren über 22 Millionen Euro an Fördermitteln erhalten hatte.
Hoffnung scheint auf, wenn sich die Beschäftigten gemeinsam gegen die schlechte Bezahlung und die miesen Arbeitsbedingungen wehren: Ende gab es an 14 der deutschlandweit 16 Zalando-Outlet-Stores Aktionen die darauf drängen, dass der Konzern den Flächentarifvertrag des Einzelhandels übernimmt. In Erfurt klagen laut MDR bisher 109 Beschäftigte gegen ihre Kündigung. Jedes Verfahren macht die Angelegenheit für Zalando teurer und eröffnet für die Klagenden die Möglichkeit, eine Abfindung zu erstreiten.


Das ganze eröffnet natürlich die Frage, ob ein Laden, dessen Geschäftsmodell es ist, unter Billiglohn produzierte Klamotten zu verkaufen und dafür die ganze Stadt mit Lieferwagen voll zu scheißen, überhaupt erhalten werden sollte. Aber so lange die Welt so unvernünftig eingerichtet ist, dass wir alle darauf angewiesen sind, mit solcherlei Bullshit unser Geld zu verdienen, sollten wir wenigstens darauf drängen, dass der Bullshit ordentlich bezahlt wird.