Erfurt: CDU-Politiker für Hausbesetzer_innen
Der CDU-Lokalpolitiker Michael Panse wechselt die Seiten. Kurz bevor sich die Räumung des Besetzten Hauses auf dem ehemaligen Topf&Söhne-Geländes zum ersten Mal jährt, zeigte sich Panse heute auf dem Erfurter Anger mit einem Transparent der Kampagne Hände hoch-Haus her.
Der CDU-Politiker hatte seit Jahren als jugendpolitischer Sprecher der CDU Erfurt gegen jegliche linksalternative Soziokultur opponiert. Anlässlich einer antideutschen Demonstrationen Ende der 1990er-Jahre sagte er, es sei bedauerlich, daß auch Staatsfeinde die Rechte der Verfassung in Anspruch nehmen dürften. Bei der Räumung des Topf&Söhne-Geländes im April 2009 veröffentlichte er hämisch Nahaufnahmen der Sitzblockade vor dem Besetzten Haus auf seiner Webseite — wofür ihm die rechtsextreme „Bürgerbewegung Pro Erfurt“ prompt ihren Dank aussprach.
Aber schon im August 2009 deutete sich ein Sinneswandel bei dem 44jährigen an. Im Rahmen der Polyfantasiawoche kam es zur ersten, noch inoffiziellen Zusammenarbeit von Michael Panse mit der radikalen Linken. Kurz darauf, beim Erfurter CSD, wollte Panse davon nichts mehr wissen und räumte seinen Wahlkampfstand ein, als die Parade in Sicht kam. Heute, ein halbes Jahr später, sieht er klarer: „Spätestens als Susanne Hennig von der Hausbesetzerpartei das Direktmandat für Erfurt geholt hat, hätte ich es wissen müssen. Ohne die radikale Linke ist in Erfurt keine Politik zu machen. Daher ziehe ich jetzt die politischen Konsequenzen.“
Sein Mandat im Erfurter Stadtrat wird Panse behalten und sich für ein neues Besetztes Haus einsetzen: „Mit allen notwendigen Mitteln“, wie er auch seine Fraktionskollegen wissen lässt. Von der Erfurter CDU gibt es derzeit noch keine Stellungnahme zum Gesinnungswandel ihres Vorstandsmitglieds. Die Kampagne „Hände hoch — Haus her“ begrüßte seinen Schritt, wollte sich aber noch nicht dazu äußern, unter welchen Bedingungen Panse am Plenum der Besetzer_innen teilnehmen kann.
Am 8. April wird auf dem Geraer Markt das Bundeswehr-Panzerpionierbataillon 701 aufmarschieren. Anlass ist die Rückkehr der Soldaten aus Afghanistan.
Wirklich alle in Erfurt haben die Nase voll von 361 Tagen ohne Besetztes Haus.


Anlässlich des Internationalen Tages gegen Rassismus haben heute in Erfurt zwei Aktionen stattgefunden.





Mike Mohring, der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, hat in der Jungen Freiheit als Mittel gegen gesellschaftliche Desintegration gefordert, „dem Stolz auf unser Land mehr Raum zu geben“. Es ist nichts neues, daß gesellschaftliche Ausschlüsse, wie sie z.B. durch Hartz 4 und Studiengebühren geschehen, ideologisch gekittet werden sollen — wer real nicht mehr dazu gehört, darf sich so wenigstens Herrn Mohrings Nation zugehörig fühlen. „Es muß erstrebenswert sein, dazuzugehören“, meint Mohring, dies sei ein wesentlicher Beitrag, um die Bildung von Parallelgesellschaften zu verhindern, wobei sicher nicht die
Die KücheFürAlle am Dienstag, den 19.01.10 findet ab 18.00 Uhr in den Räumen von Radio F.R.E.I. (in der Gotthardtstraße 21) statt. Während der Küche für ALLE gibt es außerdem ab 19.00 Uhr eine Infoveranstaltung zu Naziaufmarsch und bürgerlichem Gedenken am 13. Februar in Dresden.
Lautstark zogen heute ca. 200 Leute bei der Demonstration unter dem Motto „Hände hoch! Haus her!“ durch die Erfurter Innenstadt. „Erfurt braucht ein autonomes Zentrum!“ riefen sie immer wieder, was wohl ihr Anliegen auf den Punkt bringt. Erst gestern war am Nordpark in Erfurt wieder ein seit Jahren leer stehendes Haus (im Besitz der Stadt) vorübergehend besetzt worden – wieder stand am Ende ein Polizeieinsatz, mit dem Auftrag, das Haus zu räumen.